
WER sind Unternehmerfrauen (UFH), Meisterfrauen (mf)?
Auch wer nicht im Mittelstand/Handwerk beschäftigt ist, kennt sie:
die Unternehmer-Meisterfrau die Kunden betreut, mit Lieferanten verhandelt, den Betrieb bei gesellschaftlichen Veranstaltungen vertritt.
Sie ist Geschäftsfrau und fühlt sich dem voll und ganz verpflichtet.
Ihre Zuverlässigkeit, ihr Auftreten, ihre Darstellung des Betriebes sind in hohem Maße ausschlaggebend für den Erfolg der Firma.
Diese Firma trägt meist den Namen des Mannes oder Vaters. Den Männern wird daher auch der Status Chef zugesprochen, mit allen Attributen, die sich daraus ergeben.
Nehmen sich die Unternehmer-Meisterfrauen zu wichtig?
Eigentlich partizipieren sie doch sehr gut am Erfolg ihrer Männer.
Ohne das technische Wissen des Betriebsführers gäbe es den Betrieb ja gar nicht. –
Wer sich Klein- und Mittelständische Betriebe (KMU) genauer anschaut, erkennt schnell, dass die Unternehmer-/Meisterfrau Multitalent in allen Teilen der Betriebsführung ist, und auch sein muss.
Zu ihren Aufgaben gehört Management und Mitarbeiterführung genauso, wie die Ermittlung von betrieblichen Kennzahlen und die Kenntnis über rechtliche Vorgaben.
In ihrem Zeitmanagement muss sie Kunden, Mitarbeitern und betrieblichen Ansprüchen gerecht werden. Immer mehr ist sie auch alleiniger Ansprechpartner für Bank und Steuerberater.
Um bei diesen Aufgaben nicht am eigenen Unvermögen zu scheitern, muss frau nach Informationen und Unterstützung schauen.
Die meisten Unternehmerfrauen haben nämlich anfangs keine umfassende und ausreichende kaufmännische Ausbildung.
Die besten Info´s finden sich bei Gleichgesinnten, sprich bei den
Unternehmer-/Meisterfrauen im Handwerk.
In Bayern sind derzeit ca. 1.200 Mitglieder in 23 Arbeitskreisen aktiv, die sich im Landesverband der Unternehmer-/Meisterfrauen im Handwerk Bayern e.V. zusammen geschlossen haben.
In unserer Historie geben wir einen Überblick über wichtige Stationen und Ereignisse aus unserer Arbeit.
Viel haben wir schon erreicht – aber zufrieden sind wir noch lange nicht!
Aufgrund der Forderungen der UFH bieten die Handwerkskammern inzwischen basisnahe Fortbildungen an.
Die zielgruppenspezifische modulare Weiterbildung für Meisterfrauen im Handwerk wurde von den UFH/mf entwickelt und ermöglicht bereits vielen Bürokauffrauen und Fachwirtinnen im Handwerk einen fachlich versierten und selbstsicheren Umgang mit den speziellen Aufgaben im Familienbetrieb.
Die Dreifachbelastung der mitarbeitenden Frauen
- unternehmerisches Handeln
- Berufstätigkeit
- Familienarbeit und Ehrenamt
erfordert ein hohes Maß an Engagement und Energie.
Auch hier finden sich Hilfestellung und Unterstützung bei Frauen in ähnlichen Lebenssituationen.
In den Arbeitskreisen darf daher der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen.
In den Jahresprogrammen finden sich Vorträge und Veranstaltungen zu Fachthemen daher genauso, wie Informationen zum Zeitmanagement und zum gesunden Umgang mit der eigenen Energie. Ihre Angebote finanzieren die Arbeitskreise in der Regel durch Mitgliedsbeiträge.
Die Aktivitäten der Arbeitskreise werden im Landesverband der Unternehmer-/Meisterfrauen im Handwerk Bayern e.V. gebündelt.
Der Dachverband
- fördert durch Fortbildungsangebote
- fordert auf zur Auseinandersetzung
- begleitet Entwicklung und Darstellung von Frau und Betrieb
- informiert über Gesetzgebung und Änderungen
- benennt Ungleichbehandlung
- ist Sprachrohr bei Anhörungen und Entscheidungen, die für den Erfolg unserer Betriebe wichtig sind
- ist die Verbindung zum Bundesverband der UFH
Bisher erfahren Unternehmer-/Meisterfrauen von Seiten des Gesetzgebers und der Wirtschaftsverbände nicht umfassend die Wertschätzung, die sie brauchen, um nachhaltig und zukunftsorientiert ihren Aufgabenbereich ausfüllen zu können.
Die Bemühungen von Frauenbeauftragung und Gleichstellung sollen hierbei als großer Vorteil berücksichtigt sein; sie können aber kaum nachhaltig den individuellen Background darstellen, den wir dringend brauchen.
Unsere derzeitigen Hauptthemen sind die Überprüfung des sozialversicherungsrechtlichen Status für mitarbeitende Familienangehörige und das Leitbild von Gender Mainstreaming. Beide Themen haben große Auswirkungen auf unsere Arbeit.
- Durch die Feststellung des sozialversicherungsrechtlichen Status sehen wir uns in unserer Person und unseren Leistungen diskriminiert und forcieren eine Gesetzesänderung.
- In Gender Mainstreaming erkennen wir die Möglichkeit zur wahren Gleichstellung und zur nachhaltigen Wertung unserer Arbeit für Wirtschaft und Gesellschaft.
Nach wie vor sehen wir aber auch der Problematik der Betriebsnachfolge und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf.
Wir sind der Meinung, dass Klein- und Mittelständische Betriebe, im Besonderen die Familienbetriebe, nicht mit den Maßstäben von Industrie und Großbetrieben gemessen werden können.
Unser Land braucht sichere Arbeits- und Ausbildungsplätze. Unser Handwerk will seine Vielfalt erhalten und seine Qualität sichern. Hierzu leisten die Unternehmer-/Meisterfrauen ihren Beitrag.

