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HANDWERKSKAMMER NIEDERBAYERN·OBERPFALZ
Erstes Jahrestreffen der ostbayerischen Unternehmerfrauen im Handwerk

Jesuitenpater Dr. Albert Ziegler (3. von links) und Vorsitzende Carmen Haber (5. von links) im Kreis der Vorsitzenden der ostbayerischen Arbeitskreise der Unternehmer-frauen sowie der Sponsoren des ersten Jahrestreffens. Foto: Graggo
Mehr Menschlichkeit in kleineren Betrieben
Die Vorsitzende des Arbeitskreises Regensburg der Unternehmerfrauen im Handwerk, Carmen Haber, konnte zum ersten Jahrestreffen der ostbayerischen Unternehmerfrauen auf dem Passagierschiff Maximilian II 100 Mitglieder begrüßen.
Der Jesuitenpater Dr. Albert Ziegler plädierte in seinem Vortrag zum Spannungsfeld zwischen Partnerschaft und Beruf dafür, im Beruf familiärer, in der Familie unternehmerischer und gegenseitig verständnisvoller zu werden.
Pater Ziegler lobte die Unternehmerfrauen als Frauen von hochprofessioneller Qualität.
"Rechne mit deiner Schwäche, aber arbeite mit deiner Stärke", formulierte er einen seiner Ratschläge. Man müsse lernen, auch mit sich selbst mütterlich umzugehen. Die goldene Regel laute: "Behandle die anderen so wie du möchtest, selbst behandelt zu werden".
Ziegler, der Mitglied der Ethischen Kommission der schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften ist, betonte, dass die Hausfrauenarbeit völlig unterbewertet werde. Die so genannte Hausfrau sei eine eigenständige Unternehmerin eines ökologisch-ökonomischen Kleinbetriebs. Er wies darauf hin, dass die Arbeitswelt andere Eigenschaften des Menschen brauche als die Arbeit zuhause. Für viele Unternehmerfrauen stelle sich die Frage: "Wenn ich acht Stunden am Arbeitsplatz nur funktioniert habe, wie soll ich dann noch eine gute Mutter sein?" Die Kinder würden heute zwar verwöhnt aufwachsen. Dazu Pater Ziegler: "Der Wohlstand ist gestiegen, aber das Wohlbefinden hat damit nicht Schritt gehalten." Während früher Pfarrer, Lehrer und Polizist das Wertekartell bildeten, sage heute jeder etwas anderes. Es stelle sich die Frage, wie wir die Arbeitswelt menschlicher und die Welt zuhause unternehmerischer gestalten könnten. Dies erfordere fachliche Professionalität, menschliche Sensibilität und Wärme sowie Flexibilität. Die Freude am Beruf sei die Anteilnahme an den Menschen.
Dank der Unternehmerfrauen würde mehr Menschlichkeit in mittelständische Unternehmen einziehen. Während früher das alte Leitbild das Haus und die Häuslichkeit gewesen seien, seien das gegenwärtige Leitbild Herz und Herzlichkeit. Das Leitbild der Zukunft könnte der Weg sein. Das heißt: Wer eine Partnerschaft eingehe, gehe mit seinem Partner fortan einen gemeinsamen Weg. Weggefährten sollten im Stande sein, die Gefahren des Weges miteinander zu teilen. Ziegler munterte die Unternehmerfrauen auf: "Sie sind mehr als die Rolle, die Sie spielen."
Die Unternehmerfrauen aus dem ostbayerischen Handwerk kamen aus den Arbeitskreisen Amberg-Sulzbach-Rosenberg, Landshut, Nordoberpfalz, Passau und Regen.
Carmen Haber dankte den Sponsoren dieses ersten Jahrestreffens, darunter der Volksbank Regensburg, dem Münchener Verein, der Vereinigten IKK Regionaldirektion Niederbayern-Oberpfalz sowie City Mail.
Magister Matthias Freitag von der Stadt Regensburg begleitete die Schifffahrt von Regensburg nach Weltenburg und zurück mit einem Streifzug durch die Geschichte Regensburgs und seiner reizvollen Umgebung.
Regensburg, 19. Juli 2006
Ansprechpartnerin: Carmen Haber
Tel. 0941 596040 (Sekretariat Frau Aschenbrenner)
E-Mail meisterfrauen@haber-brandner.de

