
Was wird aus unserem Betrieb?
An der Universität Jena wird die innerfamiliäre Nachfolge in Unternehmen erforscht. Info-Flyer zum Download
Familienbetriebe sind zu Recht stolz auf ihre Tradition.
Aber: Wer führt diese Tradition weiter?
Nur etwa jedes dritte Familienunternehmen schafft den Sprung in die nächste Generation.
Warum das so ist, erforschen Psychologen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Im Kernpunkt der Studie geht es um zwei Probleme:
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Nicht jeder, der im Unternehmen nachfolgen will, ist dazu geeignet
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Nicht jeder, der geeignet ist, will nachfolgen
Ob man sich zur Unternehmerin oder zum Unternehmer hin entwickelt, zeigt sich oft bereits im Jugendalter. Vorboten unternehmerischer Eignung sind beispielsweise das frühzeitige Übernehmen von Verantwortung in der Schule und im Verein, aber auch Freizeitaktivitäten, bei denen gehandelt und getauscht oder gebastelt und getüftelt wird.
Unternehmerisches Talent muss aber nicht ausschließlich vom Himmel fallen - im Unternehmer-Elternhaus lassen sich Potentiale fördern!
So sollten Kinder Freiraum zum Erkunden der eigenen Interessen haben, ihre Meinung frei äußern dürfen und Entscheidungen über den eigenen Lebensweg auch selbst treffen.
Doch auch das größte Talent zählt nichts, wenn die Bereitschaft zur Nachfolge fehlt. Dabei werden die Weichen für eine spätere Nachfolge oftmals bereits im Jugendalter gestellt. Eltern sind hier in ihrer Unternehmerrolle Vorbild.
Wenig Begeisterung werden Kinder für die Unternehmensnachfolge zeigen, wenn sie den elterlichen Betrieb vorwiegend von der negativen Seite erleben:
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Betriebliche und private Probleme überschneiden sich
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Der Betrieb steht immer vor den Belangen der Familienmitglieder (Freizeit, Urlaub)
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Mehrfachbelastung der Eltern (Familienarbeit und Arbeit für den Betrieb)
Anderseits sehen Jugendliche auch die Vorteile eines eigenen Betriebes:
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eigener Chef sein - Selbstverantwortung
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eigene Vorstellungen umsetzen - Selbstverwirklichung
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abwechslungsreicher Arbeitsplatz
Eltern und Kinder haben durchaus verschiedene Erwartungen und Sichtweisen, was Nachfolge im Unternehmen angeht.
Eltern stehen manchmal vor dem Widerspruch, einerseits die Selbstverwirklichung beruflicher Interessen der Kinder optimal fördern zu wollen und andererseits das Unternehmen in der Familie zu halten.
Wie man die Balance zwischen Ermutigung und Druck am besten findet, beschäftigt oftmals gerade die Eltern, die sich als Kinder selbst zur Nachfolge gedrängt fühlten.
In Jena entwickelt das auf die berufliche Entwicklung spezialisierte Team um Dr. Schmitt-Rodermund gerade ein Trainingsprogramm für Jugendliche und deren Eltern, mit dem Unternehmerfamilien im Umgang mit dem oft heiklen Thema Nachfolge unterstützt werden. Konkrete Ziele sind die frühzeitige Sensibilisierung für das Thema Nachfolge sowie die Erkennung und Förderung unternehmerischen Potenzials auf Seiten der Jugendlichen. Gleichzeitig werden die Eltern dahingehend beraten, wie sie Fehler bei der Nachfolgeplanung vermeiden können.
Für die Entwicklung dieses Programms werden zurzeit deutschlandweit Unternehmerinnen oder Unternehmer und deren Kinder gesucht (siehe Kasten). Ihre Mithilfe wird dringend gebraucht!
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Wir suchen 150 Jugendliche im Alter von 14-18 Jahren aus Unternehmerfamilien und deren Eltern, die unsere Studie unterstützen. Für die etwa 90-minütige Befragung des Jugendlichen und etwa 30-minütige Befragung eines Elternteils kommen wir gerne zu Ihnen, bundesweit. Die Ergebnisse der Studie werden in Form eines Beratungs-angebotes nutzbar gemacht, das für alle Befragten kostenlos ist.
Nicolas Arnaud, Dipl.-Psych.
Tel. 03641/ 945 925 Fax 03641/ 945 202 |

