Landesverband der Unternehmerfrauen / Meisterfrauen im Handwerk Bayern e.V.
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Gender Mainstreaming im Handwerk

 

Mit dem Begriff Gender, der aus dem englischen Sprachgebrauch kommt, wird die kulturelle und soziale Rolle der Geschlechter beschrieben.
Gender sagt also aus, wie wir unsere Geschlechterrollen definieren, wie sie im Verhältnis zueinander stehen und auch, welche Erwartungen damit verbunden sind.
Stark geprägt sind unsere heutigen Geschlechterrollen durch die Emanzipationsbewegung.
Mainstreaming meint den Hauptstrom – den Grundsatz.

 

Grundsätzlich haben sowohl das Europäische Parlament, als auch die Bundesrepublik
Gender Mainstreaming als durchgängige Leitlinie in der Beschäftigungspolitik verankert.
Daraus resultiert, die Geschlechterverhältnisse in jeder politischen Maßnahme zu berücksichtigen.
Bildung und Förderung muss der Genderkompetenz unterstellt und danach umgesetzt werden.


Es sind alle Bereiche und Projekte im beschäftigungspolitischen Bereich betroffen.
Einer Unternehmerfrau im Handwerk wird das Ausmaß von  Gender Mainstreaming  mit der Definition wohl schnell bewusst werden!

Die Stellung der Geschlechter hat sich nachhaltig verändert und eine kulturelle Entwicklung ausgelöst.
Die geschlechtsspezifischen Attribute sind jetzt nicht mehr fest verankert.
Weder Frauen noch Männer können sich nunmehr tatsächlich an ihrer Geschlechterrolle orientieren.
Die Zuordnung von weiblichen und männlichen Rollenvorgaben ist nicht mehr eindeutig.

 

Einerseits legen wir die Gleichberechtigung selbstverständlich unserer Lebensgestaltung zu Grunde;  andererseits müssen dadurch ethische Begriffe in unserer Gesellschaft neu definiert werden. Moral und Werte, die in unserer Gesellschaft elementar sind, haben eine neue Definition.

 

Früher wurde Frauen ausschließlich die Rolle der Familienbetreuung zugesprochen.
Männer hatten das Einkommen zu sichern und den Schutz der Familie zu gewährleisten.

 

Durch die Emanzipationsbewegung ist dieses Rollenverhalten bereits hinterfragt und verändert worden. Aber für alle befriedigend ist unser Rollenverständnis nicht; Frauen erfahren in vielen Bereichen Ungleichbehandlung und Benachteiligung.
Eine der sozialen und kulturellen Entwicklung angepasste, neue Definition von Moral und Werten findet in der Realität nicht statt.
Frauen haben nun neue Attribute zur Umschreibung ihres Rollenverhaltens bekommen. Waren sie früher schwach, so sind sie heute emotional stark, belastbar und flexibler als Männer.
In vergangenen Epochen war es für eine Gesellschaft nicht erforderlich, sich auf diese Eigenschaften zu berufen.
Unsere heutige Staatsform, demokratisch, solidarisch und sozial, muss sich den Anforderungen stellen und die spezifischen Geschlechterrollen, die durch die Emanzipation geprägt sind, anerkennen.
Gesellschaftlich wird dies jedoch nicht erkannt, da durch die Faktoren von Solidarsystem und freier Wirtschaft Erwartungen bestehen, die sich nicht auf Gleichbehandlung und Gleichstellung der Geschlechterrollen berufen können oder wollen.


Frauen werden zwar als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt; trotzdem erfahren sie durch die bisher erreichte Gleichstellung keine Gleichbehandlung.

 

Grade im Handwerk, wo Unternehmerfrauen in Klein- und Mittelständischen Betrieben unentbehrlich sind, kommt dies krass zum Ausdruck.
Hier wird zwar die Arbeit der mitarbeitenden Frauen, auch die der selbständigen Unternehmerinnen, geradezu gepriesen. Aber einen Status, wie ihn die Männer, die Meister im Handwerk, erreicht  haben, müssen sich Unternehmerfrauen jederzeit mühsam erkämpfen und bewahren. Die Lobby des Handwerks ist, noch immer den alten Strukturen entsprechend, männlich. Angefangen von den überwiegend dem Mann zugeordneten Arbeitsbereichen, die noch immer körperbetont definiert werden, über die Förderung von Fähigkeiten, auch bei der Ausbildung, der Anerkennung der Leistungen, bis hin zu den politischen Organen, ist Handwerk überwiegend männlich.

 


Frauen sind für Büro und Familie zuständig. Sie unterstützen und helfen... werden bei Veranstaltungen schon mal mit einem Damenprogramm hofiert und in wichtigen Reden freundlich bedacht.


Unternehmerfrauen im Handwerk haben keine verlässliche Definition ihrer Arbeit; es gibt keine arbeitsrechtliche Bezeichnung, für das was sie leisten, und an der siesich orientieren können.


Daher müssen sie im Kampf um ihren sozialrechtlichen Status auch beweisen, dass sie das Sozialrecht nicht missbrauchen.

 

Und nun Gender – was bedeutet Gender Mainstreaming für Unternehmerfrauen im Handwerk? Gemäß der Genderkompetenz sind die geschlechtsspezifischen Vorgaben in allen beschäftigungs-politischen Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen. Dies muss zunächst bedeuten, dass die Arbeit der Unternehmerfrauen im Handwerk rechtlich und gesellschaftlich umfassend definiert wird. Man kann ja nicht über etwas reden, für das es keine eindeutige Bezeichnung gibt!

 

Ziel der Unternehmerfrauen im Handwerk muss sein, ihren Beruf nicht mehr nur als Berufung im Familienkreis zu sehen, sich als Einzelkämpferin ihrem Schicksal zu ergeben.  Unternehmerfrauen im Handwerk müssen erreichen, dass ihre Arbeit nachvollziehbar und umfassend in einer Berufsbezeichnung festgeschrieben wird.


Dafür bedarf es weitreichender und umfassender Vorarbeit, die uns niemand abnehmen wird.

 

Die Forderung nach Aus- und anerkannter Fortbildung ist ein zentraler Punkt.  Gemäß der Genderkompetenz müssen diese Angebote auch realisierbar sein für Frauen:

 

 

Gender Mainstreaming  bezieht sich natürlich nicht nur auf Unternehmerfrauen. Gender betrifft alle in dieser Gesellschaft.

Auch, und ganz besonders, greift Gender Mainstreaming in das Rollenverhalten von Männern ein, die als Entscheider und Meinungsbildner ebenfalls nachhaltig betroffen sind.

Es liegt nun an uns Frauen, Gender zur Grundlage für Veränderungen zu machen, die wir schon lange herbei sehnen: die Anerkennung der geschlechtsspezifischen Rolle

 


Wir werden also viel aufarbeiten und neu entwerfen müssen. Unsere Ziele werden nicht einfach zu erreichen sein. Erfolg werden wir haben, wenn wir auch diejenigen miteinbeziehen, die keine Möglichkeit haben, sich in Entscheidungsprozesse persönlich einzubringen, oder die sich Veränderungen nicht stellen können. Und auch die Unternehmensnachfolge müssen wir in diesem Sinne angehen!


Zu allem brauchen wir aber auch die Unterstützung derer, die sich ebenfalls der Genderkompetenz klar werden und diese für sich erarbeiten müssen: die Unterstützung der Männer.

Unternehmerfrauen im Handwerk wissen, dass sich Erfolg nur am Miteinander der Geschlechterrollen messen lässt!

 

Events / Termine

 

Termin:

 

Neuwahlen UFH Ebersberg am 21.3.2012

 

Parlamentarischer Abend am 11.5.2012 im Bayerischen Landtag (Senatssaal)

 

Neuer Internetauftritt:

www.ufh-nuernberg-fuerth.de

  


Bitte vormerken: 

 

Bundesverband UFH 

Nächster Bundeskongress

am 19./20. Oktober 2012

in Fürth

 

November-Meeting 2012

am 21. November 2012

in Nürnberg

 

Neue Unterlagen im Mitgliederbereich unter Download! 

 

Nachlese

Informationen über

Aktivitäten oder

Neuwahlen der

Arbeitskreise finden

sie auf der linken Seite

unter " Arbeitskreise".

 

 

      

 

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